Holtenauer Geschichte

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Das Knooper Fährhaus

Das Knooper Fährhaus existierte bereits zu Zeiten des Eiderkanals und lag an dessen Südufer gegenüber dem Knooper Herrenhaus. Später lag es am Südufer des Kaiser-Wilhelm-Kanals. Aufgrund der Kanalerweiterung von 1907-14 mußte es abgerissen werden. Das Fährhaus hatte einen eigenen Anleger.

Knooper Fährhaus Abb.: Das Knooper Fährhaus am Kaiser-Wilhelm-Kanal.

Über die damals noch am Eiderkanal gelegene Gaststätte schreibt Gloy:

Als gemeinsames Ziel für die Wanderer und Schiffer winkte das alte Knooper Fährhaus mit der Popp'schen Gastwirtschaft. Es lag am südlichen Ufer und hatte nur ein schlichtes Äußeres. An der Gartenseite befand sich eine geräumige, hölzerne Veranda. Sie vermochte eine große Kaffee- oder Kneipgesellschaft zu fassen, diente auch als Tanzsalon und gelegentlich sogar als Theaterbühne. Das geschah jedesmal dann, wenn die alte Kieler Realschule vom Buchwald'schen Hof hier ihr Sedanfest beging. Die Zuschauer standen während der Vorstellung im Garten, während sich auf den Brettern eine Szene aus Schillers „Jungfrau von Orleans“, deren Darsteller alltags Hosen trug, abspielte. Nachher wurde die Bühne abgebrochen, und dann tanzte Groß und Klein, bis die Dunkelheit zum Aufbruch mahnte.
    Unter Fackel- und Laternenschein ging es heimwärts. Manche Eltern aber zogen es vor, auf dem Wasserwege zurückzukehren. Kapitän Holm lag mit seinem kleinen Dampfer „Klaus Groth“ ja bereit. Wenn das Schiff seine Furchen zog, neigte sich tief das Schilf am Ufer. Aus den Fenstern der Kajüte, in welche die besorgte Mutter uns Kinder hineingebannt hatte, sahen wir wie eine schier märchenhafte Welt, eine Mischung und Spiegelung von Wald und Wasser. Einzigartig wirkte auch die Senkung des Schiffes in der Holtenauer Schleuse.
(Quelle: Gloy 1979, S. 298f.

Kaiser-Wilhelm-Kanal bei Knoop Abb.: Der Kaiser-Wilhelm-Kanal bei Knoop.

Die Gaststätte am neu erbauten Kaiser-Wilhelm-Kanal wurde von G. Jacobsen und auch von Carl Knoop betrieben.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016.