Holtenauer Geschichte

Home - Index - News - Updates - Impressum

Festschiff Niobe

Das aufallendste Merkmal der Einweihungsfeier von 1895 war der Nachbau der Kreuzerkorvette Niobe, der als Festhalle diente und den 1.080 Gästen des Kaisers Platz bot. Mit einer Länge von 145 Metern und einer Masthöhe von 75 Metern waren ihre Ausmaße gewaltig. Die Festhalle befand sich auf der Südseite des Außenhafens und war über drei wasserseitige Eingänge zu erreichen.

Niobe Abb.: Der Nachbau der Niobe diente als Festsaal für das Kaiser-Diner.

Mit einem Schiff als Festzelt griff man in der Symbolik wieder auf die Grundsteinlegung im Jahre 1887 zurück, in der ebenfalls ein nachgebautes Kriegsschiff eine prominente Rolle spielte. Das große Kaiserdiner wurde für eine Pauschalsumme von 100.000 Mark vom Hofieferanten aus Berlin geliefert, daraus ergaben sich pro Person Kosten von ungefähr 100 Mark – verglichen mit den Gehältern der Kanalbauarbeiter eine hohe Summe, nahezu ein Monatslohn! Es wurden unter anderem Heidelberger Forellen und 1884er Marcobrunner Cabinet Auslese, Lendenbraten mit Perigord-Trüfeln und 1888er Chateau Leoville Lascases, Hummern auf Gloucester Art, Artischockenböden, Junge Schoten serviert. Im Kieler Volksmund wurde das Festschiff bald Dat Schipp ut de Lüneborger Heid genannt.

Heck der Niobe Abb.: Das Heck des Festsaals.

Allein schon der Blick ... auf die Förde war von unvergleichlicher Schönheit. Von Bellevue bis zum Friedrichsorter Leuchtturm sah man in zwei, drei und mehr Reihen die zahllosen größeren und kleineren Kriegs- und anderen Schife der verschiedenen Nationen im reichen Flaggenschmuck auf der weiten Reede liegen, mitten darin die deutsche Kriegsfotte, im Hintergrund die grünen Waldungen und Höhen des jenseitigen Fördeufers. An der Kanalmündung auf Holtenauer Boden sah man den buntgeschmückten Festplatz, auf dem der Kaiser den Schlußstein legen sollte. Auf dem Südufer der Mündung auf Wiker Boden ragten hart am Ufer der Bucht die Riesenmasten einer nachgebauten Kriegsfregatte hervor …

Die Kriegsschiffe mit dem Namen Niobe hatten in den deutschen Marinen Tradition. Ein erstes Kriegsschiff wurde 1861 von England nach Deutschland verkauft und diente als erstes Segelschulschiff.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016.