Holtenauer Geschichte

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Grünes Waldglas

An vielen Orten im Dänischen Wohld wurde unter anderem das so genannte grüne Waldglas hergestellt, dessen grüne Farbe durch den hohen Eisenoxidanteil des zur Glasproduktion verwendeten Flintsteins entstand. Während nach alter Überlieferung noch im 13. Jahrhundert ein Eichhörnchen von Baum zu Baum springend von der Kieler Förde zur Eckernförder Bucht gelangen konnte, wurden in den folgenden Jahrhunderten große Waldfächen gerodet um Feuerholz für die Glasproduktion der vielen Glashütten zu gewinnen, die im Dänischen Wohld existierten. Die Glasproduktion im Dänischen Wohld gehörte zu den ältesten in Schleswig-Holstein.

Die Glashütten wurden durch Privilegien gefördert und bereits um 1470 wird eine Glashütte bei Sprenge urkundlich erwähnt. Diese Glashütte hatte ein weltlicher Grundherr gegründet und sie wurde 1469 von den Augustiner-Chorherren aus Bordesholm erworben. Die Blütezeit der Glasproduktion war jedoch das 16. und 17. Jahrhundert.

An allen Orten mit der Endung hütten gab es früher eine solche Glasproduktion – möglicherweise auf bei Gut Knoop, darauf deutet jedenfalls ein Bericht Sophia Magdalene Rantzaus von 7. März 1741 hin. Die bedeutendste Glashütte im Dänischen Wohld war die von Wulfshagenerhütten (1571). Im Ortswappen der Gemeinde Tütendorf, zu der heute auch Wulfshagenerhütten gehört, ist als Reminiszenz an diese Tradition ein Holzkohlefeuer zu sehen.

Der Raubbau durch die Glashütten wurde schließlich so groß, daß die Glasproduktion mit Hilfe von Holz um 1750 durch die Landesherren verboten werden mußte.

Auch bei Holtenau fand sich Glimmersand, der hier noch vor 200 Jahren abgebaut, an der Mündung des Eiderkanals verladen und dann in einer Gaardener Glashütte verarbeitet wurde.


© Bert Morio 2016.