Holtenauer Geschichte

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Die Holtenauer Werwolf-Gruppe

Der Kreisleiter der NSDAP in Kiel Otto Ziegenbein erhielt Ende November 1944 durch den Gauleiter von Schleswig-Holstein Hinrich Lohse den Auftrag, in Schleswig-Holstein Werwolf-Gruppen aufzubauen. Im Februar 1945 hatte die Wehrwolf-Gruppe in Kiel eine Stärke von 15 Mann. Die Ausbildung erhielten sie unter anderem auch in einer Villa am Schönberger Strand.

Wenige Tage vor Einmarsch der Briten in Kiel wurden die einzelnen Gruppen wieder in ihre Heimatorte zurück geschickt. Einen großen Teil des Sprengstoffes, den Ziegenbein aus Hamburg und vom Marineverpflegungsamt in Kiel erhalten hatte, deponierte er in einer Hütte auf dem Holtenauer Flugplatz, die jedoch im April 1945 bei einem Luftangriff der Royal Air Force zerstört wurde.

Die schleswig-Holsteinischen Werwolf-Gruppen gehörten offensichtlich zu den wenigen, die mit ausreichend Waffen und Sprengstoff versorgt wurden. Vom SS-Oberabschnitt Hamburg erhielten sie 1200 Kilogramm Sprengstoff, 50 Handgranaten, 20 Karabiner 98, 46 Maschinenpistolen, 25 Pistolen und mehrere Tausend Schuß Munition. Vom Marineverpflegungsamt in Kiel bekamen sie außerdem 100 Kilogramm Milch, 300 Dosen Fisch, 330 Kilogramm Brot. (Quelle: Koop, Volker: Himmlers letztes Aufgebot: die NS-Organisation "Werwolf", Köln 2008,  S. 177.)

Otto Ziegenbein erhielt jedoch seitens der höheren NS-Führung keine Instruktionen für Werwolf-Aktionen und wurde schließlich am 17. Mai 1945 in Preetz verhaftet, ohne daß es zuvor zu Aktionen seiner Gruppe gekommen wäre.

Es gab gegen Kriegsende Versuche verschiedener Gruppen und Personen, das Kriegsende hinauszuzögern, meistens durch den Versuch, die Brücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal oder den Kanal selbst durch Sprengungen seiner Böschungen zu zerstören, die jedoch allesamt — teils durch den mutigen Einsatz von Zivilisten — abgewendet werden konnten.

Es scheint dennoch — zumindest bis in den dem Sommer 1945 — in der Umgebung Holtenaus Anschläge gegeben zu haben:

At Kiel, British officers were fired upon at night, and, after the Kiel Canal was repaired, passing ships were shot at and one of the locks was sabotaged. (Quelle: Biddiscombe, Alexander Perry: Werwolf: The History of the National Socialist Guerilla Movement, 1944-1946, Toronto 1998, S. 155.
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© Bert Morio 2016.