Holtenauer Geschichte

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Deutsch-Dänischer Krieg von 1864

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben lag Holtenau zum größten Teil auf dem Gebiet des Landesteils Schleswig und gehörte damit staatsrechtlich zum dänischen Reichsgebiet. Als der dänische König Friedrich VII. am 30. März 1863 ein “Patent bezüglich der Einverleibung Schleswigs in das Dänische Gesamtreich und der gleichzeitigen Absonderung Holsteins von demselbem” erließ kam es zum Konflikt mit den deutschen Großmächten, zumal Friedrichs Nachfolger Christian IX. die von seinem Vorgänger sanktionierte Verfassung für Dänemark-Schleswig unterschrieb und damit die Politik seines Vorgängers fortsetzte.

Am 10. Januar 1864 hatten sich Preußen und Österreich auf ein gemeinsames bewaffnetes Vorgehen in Schleswig-Holstein verständigt – verbunden mit einem Ultimatum an Dänemark, binnen 48 Stunden die Verfassung zurück zu nehmen. Deutsche Bundestruppen, bestehend aus 6.000 Sachsen und 6.000 Hannoveranern unter dem Oberbefehl des sächsischen Generals Hake, waren bereits am 24. Dezember 1863 in den Landesteil Holstein eingerückt, woraufhin sich die dort stationierten 12.000 Mann Dänischer Truppen, ohne daß es zu Kämpfen kam, über den Eiderkanal in den Landesteil Schleswig zurückzogen.

Die Dänischen Truppen räumten auch die Stadt Kiel und zogen sich über die Wik und die Holtenauer Eiderkanalschleusen auf das nördliche Kanalufer zurück. Die dänischen Posten auf der Nordseite der Holtenauer Schleuse mußten sich dann in den ruhigen Weihnachts- und Neujahrstagen die Neckereien der Wiker Jugend vom Südufer her gefallen lassen. So spielte die Holtenauer Friedrichschleuse auch im deutsch-dänischen Krieg wieder eine Rolle, denn hier fielen am 1. Februar 1864 beim Überschreiten des Eiderkanals durch preußische und österreichische Truppen die ersten Schüsse dieses Krieges.

In Holtenau war im Herbst des Jahre 1865 ein Kommando Pioniere unter dem Kommando des Hauptmanns Eichapfel einquartiert, das dann am 20. Oktober nach Friedrichsort verlegt wurde um dort unter dem Kommando des Obersten v. Mertens am den Befestigungsarbeiten in Friedrichsort mitzuwirken. Im Sommer 1865 bauten die Preußen in Holtenau eine hölzerne Baracke für eine kleine Anzahl Seesoldaten und einen hölzernen Schuppen für Schiffsutensilien.

Die Dänen legten den südöstlichen schleswig‘schen Güterdistrict, genannt Dänisch-Wohld, ungeheurere Requisitionen auf, namentlich die Stellung von 300 zweispännigen Wagen und Lieferung von 3 Millionen Pfund Stroh nach Schleswig.
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© Bert Morio 2016.