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Erster Pastor der Holtenauer Kirchengemeinde, die sich 1895 aus der Muttergemeinde Dänischenhagen gelöst hatte. Er wurde 1866 in Innsbruck geboren, zu Ostern 1895 in Kiel examiniert, am 27. Juli in Schleswig ordiniert und am 4. August 1895 in sein Amt als Pastor in Holtenau eingeführt.
Abb.:
Pastor Wilhelm Julius Hellwag.
Daß in Holtenau ein Pastor aus Innsbruck eingesetzt wurde, erklärt der familiäre Hintergrund: Hellwags Familie väterlicher- und mütterlicherseits stammt aus Eutin; sein Vater Konrad Wilhelm Hellwag (1827-1882) kämpfte 1848 als schleswig-holsteinischer Offzier gegen die Dänen, war Eisenbahningenieur und arbeitete von 1857-75 für verschiedene österreichische Eisenbahnlinien (u. a. in Insbruck an der Brennerbahn) und ab 1875 für die schweizerische Zentralbahn als Chefingenieur am Gotthard-Tunnel.
Pastor Hellwags ein Jahr jüngerer Bruder Rudolf (1867-1942) war ein bekannter Marine- und Landschaftsmaler.
Abb.:
Pastor Hellwag in der Wik im Jahr 1927.
Ein Enkel Pastor Hellwags war der Wiker Pastor J. Thoböll, der während
des Zweiten Weltkrieges zweimal Hilfspastor
in Holtenau war. Pastor Hellwag war Mitglied im Gustav-Adolf-Verein
,
von dem es auch eine Holtenauer Ortsgruppe gab. Zweck dieses
Vereins war es, den kirchlichen Bedürfnissen der in der Diaspora
lebenden Glaubensgenossen nach Kräften Abhilfe zu leisten. Daß
sich Pastor Hellwag, den es aus dem fernen Süden hier in den
rauhen Norden verschlagen hatte, hier in der Diaspora wähnte, ist
sicher verständlich.
Pastor Hellwag behielt sein Amt bis 1909 inne, dann wechselte er in die Wik. Da in den ersten Jahren seiner Amtszeit die Dankeskirche noch nicht zur Verfügung stand, wurden die Gottesdienste in der Holtenauer Schule abgehalten.
Siehe auch:
© Bert Morio 2018 — Zuletzt geändert: 21.05.2018