Holtenauer Geschichte

Home - Index - News - Updates - Impressum

Die Seeoffiziersschule von 1848

Im Jahr 1848 wurde im Verlauf der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gegen Dänemark als Keimzelle einer eigenen Schleswig-Holsteinischen Marine eine „Seeoffiziers­schule” in Holtenau gegründet. Die Schule wurde am 1. Dezember 1848 eröffnet und nahm aus ca. 40 Bewerbern 25 Mann auf — im Alter von 12 bis 16 Jahren.  Die Höchstzahl der Schüler sollte 30 Mann betragen und das Eintrittsgeld 200 Taler kosten.

Direktionsmitglieder waren die Professoren Scherk und Christiansen sowie der Kapitän Donner als sogenannter „Chef ad interim“. Der Militärlehrer war der Premierlieutenant von Brauchitsch. In Geschichte unterrichtete Dr. Prien, in Navigation ein Herr Weyer.

Im Eintrittsexamen wurden folgende Anforderungen gestellt: Rechnen mit ganzen Zahlen und Brüchen, Elementarkenntnisse in der englischen und französischen Sprache, allgemeine Kenntnisse der Geographie der fünf Erdteile und der alten Geschichte, Kenntnisse der Planimetrie und der Elemente der Buchstabenrechnung sowie gute Handschrift.

Die Länge eines Kursus sollte 4 bis 5 Jahre betragen und jährliche Übungsfahrten auf dem  ehemals dänischen Kriegsschoner „Elben“ (= Elbe) durchgeführt werden, der im März von den schleswig-holsteinischen Truppen erobert worden war.

Da es bereits im Jahr 1851 zum Friedensschluß mit Dänemark kam, war der Schule nur ein kurzes Leben beschieden und auch das Gebäude, in dem die Schule untergebracht war, wurde noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert abgerissen1.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016.


  1. Ich kann leider nicht sagen, um welches Gebäude es sich handelte. Es wird sich wohl in der Nähe des Kanalpackhauses befunden haben, das während des Krieges gegen Dänemark als Marinedepot, Lazarett und Gefängnis diente.