Holtenauer Geschichte

Home - Index - News - Updates - Impressum

Getreidesilos am Nordhafen

Nachdem die Stadt Kiel infolge des verlorenen Ersten Weltkrieges und der damit einher gehenden drastischen Verkleinerung der Marine in große ökonomische Schwierigkeiten geraten war, suchte man händeringend nach neuen Einnahmequellen. Da die meisten Grundstücke rund um die Kieler Förde bereits anderweitig belegt waren, ergaben sich nur im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Kanals und nördlich von Holtenau Perspektiven.

Getreidesilo Abb.: Das alte Getreidesilo am Nordhafen vor der Prinz-Heinrich-Brücke. Links die Villa Hoheneck. Im Hintergrund Holtenau.

Voraussetzung war natürlich die Eingemeindung der Stadtteile nördlich des Kanals, die dann im Jahr 1922 für die Gemeinden Holtenau, Pries und Friedrichsort vollzogen wurde. Neben neuen Gewerbegebieten am Nordhafen wurde auch versucht, am Voßbrook Gewerbe anzusiedeln.

Getreidesilo Abb.: Im Hintergrund der alte Kanalverlauf, bei dem der Kaiser-Wilhelm-Kanal einen etwas nach Norden reichenden Bogen macht.

Blick auf den Nordhafen Abb.: Der Nordhafen und die Prinz-Heinrich-Brücke aus der Luft. Oben rechts der Marineschießstand Holtenau.

Am 14. Dezember 1970 wurden die Holtenauer durch einen lauten Knall aus ihrer vorweihnachtlichen Stimmung gerissen, weil das in den zwanziger Jahren am Nordhafen errichtete Getreidesilo durch eine schwere Staubexplosion in die Luft gefogen war, wobei 6 Menschen ums Leben kamen und weitere 20 Personen verletzt wurden. Man sah noch Tage lang Schiffe der Wasserschutzpolizei den Kanal nach Leichen absuchen. Der Sachschaden betrug mehr als 30 Millionen DM und das alte Silo mußte in den folgenden Monaten vollständig abgerissen werden.

Explosion des Getreidesilos Abb.: Explosion des Getreidesilos. [Magnussen, Friedrich (1914-1987)-(CC BY-SA 3.0 DE)]

Siehe auch:

© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 25-09-2017 06:18