Holtenauer Geschichte

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Bauernstelle Bansee

Die Bauernstelle Bansee befand sich nach der Kanalerweiterung von 1907-14 an der Ecke Gravensteiner Straße und Kanalstraße (früher Bismarckstr. Nr. 37, heute Gravensteiner Straße Nr. 121). Im Jahr 1888 wurde das Land der Bauernstelle Mißfeld verkauft an Karl Christian Bansee, der Kätner mit Land auf dem Gebiet der späteren Schleusen des Kaiser-Wilhelm-Kanals war.

Gasthof Friedrichsschleuse und Bauernstelle Bansee Abb.: Der Gasthof Zur Friedrichsschleuse. Das Bauernhaus gehörte möglicherweise zur Bauernstelle Bansee.

Nach der Familie Bansee, deren Mitglieder auch als Holtenauer Gemeinderäte tätig waren, wurde auch die ehemalige “Stiftstraße” in den Jahren von 1922-25 als “Banseestraße” benannt und dann in Dänischenhager Straße umbenannt.

Der ehemalige Hof der Familie Bansee lag ursprünglich südlich der Gravensteiner Straße Nr. 121, mußte aber in Zuge der Kanalerweiterung von 1907-14 abgerissen werden und wurde an der heutigen Stelle wieder aufgebaut. Das Gebäude wurde später zu einem Wohnhaus umgebaut. Nachdem das Gebäude am 17. August 1944 infolge eines Bombentreffers ausgebrannt war, mußte das Vieh in den damals leerstehenden Hof der Bauernstelle Mähl untergebracht werden.

Bauer Bansee betrieb auch ein Fuhrunternehmen:

Alles mußte zu Fuß abgelaufen werden. Die nächste Apotheke war in Friedrichsort bzw. in der Wik. Der Arzt mußte aus der Wik geholt werden (Medizinalrat Dr. Hennigsen vom Auberg). Mußte jemand in die Klinik, so nahm man sich eine Pferdedroschke, gefahren von Bauer Bansee persönlich. Der Weg in die Stadt (Kiel) war beschwerlich, denn die Straßenbahn fuhr seinerzeit ab Belvedere. [...] Der Weg über Land nach Kiel ging zunächst über die zweiteilige handbetriebene Pontonbrücke hoch zum Auberg, per Fuß weiter durch die Wik auf der Prinz-Heinrich-Straße nach Belvedere, die nur wenig bebaut war.

Von 1955 an wurde auch das Gelände am Nixenweg bebaut. Die Baracken der ehemaligen Kanalwachabteilung wurden erst 1956 vollständig abgerissen, die Fundamente gesprengt. Die Bebauung erfolgte in zwei Abschnitten, so daß die neue Siedlung wegen der fehlenden Straßen anfangs mit dem Auto nur vom Kanal her zu erreichen war. Zwischen der neuen Siedlung und dem Hochbrückendamm besaß Bauer Bansee noch Land, auf dem er seine Kühe weiden ließ. Da die Umzäunung im Laufe der Zeit zunehmend marode geworden war, konnte es passieren, daß die neuen Hausbesitzer in der Früh Kühe grasend auf ihren frisch angelegten Rasen vorfanden.

Bauer Bansee an der Hochbrücke Abb.: Bauer Bansee auf seinen Feldern östlich des Hochbrückendamms.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016 - Zuletzt geändert: 02-12-2016 21:00