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In den letzten Jahrzehnten hat die
Größe der den Nordostseekanal
passierenden Schiffe immer mehr zugenommen, so daß der Wasserweg
hinsichtlich seiner Breite, seiner Tiefe und der Kurvenradien an
seine Grenzen gestoßen ist. Diese Entwicklung ist in allererster
Linie den so genannten Feeder-Schiffen
zu
verdanken; also jenen Containerschiffen, die Ihre Ladung zwischen
Ost- und Nordsee zu den großen Überseehäfen (hier vor allem dem
Hamburger Hafen als Anlaufpunkt der großen weltweit operierenden
Containerschiffe) bringen.
Man übertreibt nicht, wenn man behauptet, daß der Nordostseekanal seitens der durchgehend amtierenden auf Bayern orientierten CSU-Verkehrsminister sträflich vernachlässigt wurde und sein großes Potential nicht ausspielen konnte, während der Straßenverkehr priorisiert wurde. Es wurde oder sollte nicht erkannt werden, daß dieser Schifffahrtsweg eine überregionale Bedeutung hatte1.
Insbesondere die Oststrecke des Kanals erweist sich immer mehr als Nadelöhr. Aber auch die inzwischen über ein Jahrhundert alten Schleusenanlagen kommen sowohl in Holtenau als auch in Brunsbüttel mit seinem großen Binnenhafen an ihre Grenzen - nicht zuletzt durch Havarien, die die empfindlichen Schleusentore beschädigen. Und in Holtenau sind bereits seit Juni 2014 — also seit mehr als einem Jahrzehnt! — die Alten Schleusen ausgefallen, die zumindest einen Teil der kleineren Schiffe hätten bedienen können. Auch hier sind größere Dimensionen in Planung.
Die Kleine Schleuse ist jedoch von erheblicher Bedeutung für den sicheren Schleusenbetrieb. Muss eine Schleusenkammer der Großen Schleuse, beispielsweise für eine Wartung gesperrt werden, kann mit der anderen großen Kammer und den beiden Kammern der Kleinen Schleuse die Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals sichergestellt werden. Erst nach dem Ersatzneubau der Kleinen Schleuse kann mit der Instandsetzung der Großen Schleuse begonnen werden.
Quelle: https://www.wna-nord-ostsee-kanal.wsv.de/Webs/WNA/WNA-NOK/DE/1_Projekte/1_Investitionsprogramm_Kiel/1_Ersatzneubau_Kleine-Schleuse_Ki/ersatzneubau_kleine_schleuse_ki_node.html.
Betrachte ich den langsamen Fortschritt der letzten Jahre, frage
mich inzwischen ernsthaft, ob ich die Fertigstellung der
Oststrecke noch erleben werde ...
Für die Holtenauer bedeuten die geplanten Arbeiten wohl
jedenfalls eines: eine Menge Krach und Verkehrsbehinderungen sowie
überall fehlende Parkmöglichkeiten!
Die 1893 gebaute Levensauer Hochbrücke mit ihren imposanten Tausende Tonnen wiegenden Stahlbögen ist eines der Wahrzeichen des Nordostseekanals, stellt aber mit ihren steilen Böschungen gleichzeitig auch die engste Stelle auf der Oststrecke des Kanals dar.
Inzwischen wird daran gebaut, sie durch eine moderne Brücke zu
ersetzen, die mit zwei roten Bögen das Thema der Vorgängerbrücke
wieder aufnimmt, was ich persönlich sehr schön finde. Erschwert
wird der Neubau jedoch dadurch, daß das südliche Widerlager der
alten Brücke als Winterquartier der dort beheimateten Fledermauskolonie
erhalten und stabilisiert werden mußte. Andererseits bleibt es uns
so als Baudenkmal erhalten.
...
Siehe auch:
© Bert Morio — Zuletzt geändert: 21.06.2026
Das ging bereits den Alliierten im Zweiten Weltkrieg so! ↩