Holtenauer Geschichte

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Wenden

Mit dem Begriff Wenden werden die Westslawen bezeichnet, die seit dem 7. Jahrhundert in Teilen Nord- und Ostdeutschlands siedelten. Typisch für die Siedlungen der Wenden sind die so genannten Rundlinge, also in Kreis- oder Hufeisenform angelegte Dörfer — eine Form, die man im Dänischen Wohld z. B. im Dorf Pries findet (natürlich ist diese Form auf älteren Karten besser zu erkennen als heute!). Nicht nur in Dorf Pries, sondern auch in anderen Orten wie Rathmannsdorf auf dem westlichen Fördeufer und im Dänischen Wohld gibt es Hinweise auf eine slawische Besiedlung.

Um sich von den slawisch beeinflußten Gebieten abzuschotten, entstand in Ostholstein eine Reihe von Befestigungen, der Limes Saxoniae.

Die Slaven zerstörten Hamburg und Schleswig bereits 1066. Wir nehmen nun an, daß Kiel damals existent war; Kiel lag also den Slaven vor der Thüre; sie brauchten nur ein paar Schritte aus ihrem Gebiete vorzugehen, um in Kiel zu seyn; es konnte von ihnen zu Wasser und zu Lande angegriffen werden, und mußte als eine angebliche Stadt die Raubgier der Slaven besonders auf sich ziehen.1

Die wagrischen Wenden waren zwar ums Jahr 1140 von den Holsteinern unterjocht worden; aber man fürchtete sie doch in der Nachbarschaft, denn sie ließen das Rauben nicht, und wohnten nicht gar fern von Kiel im nördlichen Theile von Wagrien. [...] Auch fuhren die entfernteren Slaven noch lange nach Unterjochung der wagrischen fort, die Küstengegenden durch Raubzüge zu ängstigen, daher man bei der Treulosigkeit und Raubsucht der Slaven sich in Kiel vor einem plötzlichen Ueberfall derselben nicht hat sicher halten können, wenn der Ort wohlhabend gewesen ist.2

Siehe auch:

© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 11-11-2017 11:58


  1. Falck, U. [Hrsg.]: Archiv für Geschichte, Statistik, Kunde der Verwaltung und Landesrechte der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, Band 1, 1842,, S. 492 

  2. Falck, U. [Hrsg.]: Archiv für Geschichte, Statistik, Kunde der Verwaltung und Landesrechte der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, Band 1, 1842, S. 501.