Holtenauer Geschichte

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Gut Rathmannsdorf

Das Gut Rathmannsdorf gehörte um 1600 zum Gut Knoop. Otto von Rantzau, aus dem Hause Seekamp wohnte um 1625 dort und starb wahrscheinlich 1653 auch auf Rathmannsdorf. Rathmannsdorf blieb so im Besitz der jeweiligen Herren auf Seekamp, wie dem dänischen König  Christian IV. und Friedrich von Buchwald.

Die Umstände wie es dem ehemaligen Dorf Rathmannsdorf erging, das möglicherweise auf eine wendische Besiedelung bzw. wendische Lokatoren1 zurückgeht, beschreibt folgender Ausschnitt aus einer Topographie von 1855:

Dieses ehemalige Dorf, nach welchem sich ein Zweig der Familie v. d. Wisch von Ratmerstorp nannte, war vor dem Jahre 1632 eine Pertinenz des Gutes Knoop und ward von dem Könige Christian IV. angekauft, als die Festung Friedrichsort erbaut werden sollte. Im Jahre 1648 ward Rathmannsdorf an Otto Rantzov verliehen, von dem wahrscheinlich das Dorf niedergelegt und das Gut gebildet ward; … 2

Der Meierhof Rathmannsdorf ging in den Besitz seiner Tochter Adelheid von Buchwald, die um 1655 den Vizekanzler Levin Claus von Moltke heiratete. Adelheids Tochter Hedwig Eleonore von Moltke aber, die mit Claus Christoph von Thienen verheiratet war, brachte durch diese Ehe Rathmannsdorf mit Warleberg in den Besitz derer von Thienen. 1687 erbte sie noch von ihrem Onkel Wulf von Buchwald das Gut Bülck.

Nach 1733 besaß Jean Henry Desmercieres das Gut Rathmannsdorf. Danach Heinrich den 43. Fürst Reuß zu Köstritz bis nach 1810, danach bis 1826 gehörte Rathmannsdorf Jens-Peter Bruun von Neergaard (auf Eckhof). 1826 als Besitzer von Warleberg mit Rathmannsdorf Hans Heinrich Radbruch.

Rathmannsdorf (vormals Rappendorf), adeliges Gut von 398 Einw. am Kanale, um dänisch-Wohlder Güterdistricte; Eckernförder Harde3. Es gränzt östlich an Knoop, südlich an den Eider-Kanal, westlich an Warleberg und Wulfshagen und nördlich an Kaltenhof. Der Haupthof liegt 1 M. westlich von Friedrichsort; Kirchspiel Dänischenhagen und Gettorf. [...] Rathmannsdorf, wonach sich ein Zweig der Familie von der Wisch, de Ratmerstorp nannte, gehörte früher zu Knoop …

Es gab drei Schulen auf den Gebiet des Gutes Rathmannsdorf:

In einer Topographie über das Gut Rathmannsdorf aus dem Jahr 1906 werden als "Wohnplätze" dazu gezählt:

Das Gut gab den in der Nähe liegenden Eiderkanalschleusen ihren Namen. Hier endet auch noch ein kurzes Reststück des Eiderkanals. Heute liegt das Gut in der Gemeinde Felmerholz.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016 - Zuletzt geändert: 19-12-2016 06:27


  1. Personen, die meistens im Auftrag eines Landes- oder Grundherren die Urbarmachung und Besiedelung von noch zu erschließenden Land durchführten (Vgl.: Wikipedia, unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Lokator [zuletzt gesehen: 19-12-2016 08:14]). 

  2. Mit dem so genannten Niederlegen von Dörfern versuchten die Grundherren, die eigenen Wirtschaftsflächen zu vergrößern. Es gibt dafür auch den griffigeren Ausdruck Bauernlegen

  3. = eine untere Verwaltungseinheit. So gehörten z. B. Holtenau und der Kanaldistrikt früher zum Amt Hütten (Hüttenharde).