Holtenauer Geschichte

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Der Wendenburg-Bunker

In der Schwester-Therese-Straße befand sich seit Ende 1939 ein Hochbunker (“Wendenburg-Bunker”) mit vier überirdischen und einen unterirdischen Geschoß, der 1.250 Personen fassen konnte. Er erhielt seinen Namen wie die Straße, in der er sich befand, nach dem letzten Holtenauer Gemeindevorsteher Ewald Wendenburg.

Blick auf die Richthofenstraße 1945 Abb.: Blick auf die Richthofenstraße 1945. Man sieht einen Sperrballon fliegen. In der rechten oberen Ecke sieht man den Wendenburgbunker. Ganz oben rechts sieht man die Entmagnetisierungsanlage vor den Alten Schleusen.

Die Nutzfläche des Bunkers betrug 1.314 Quadratmeter und seine Decken- und Wandstärke 2 Meter. Es handelte sich um einen Bunker vom Typ "Lu32". Er war einer der modernsten Kieler Bunker und wurde nach dem letzten Holtenauer Gemeindevorsteher Ewald Wendenburg benannt.

Plan des Wendenburg-Bunkers Abb.: Plan des Wendenburg-Bunkers (www.bunker-kiel.com).

Wendenburgbunker Abb.: Der gesprengte Bunker von der Richthofenstraße aus gesehen.

Obwohl der Bunker eine große Zahl von Menschen fassen konnte, kam es doch bei Fliegeralarm zu einem Wettlauf um die besten Plätze im Bunker, gerade bei Familien mit kleinen Kindern, da die Intensitität der Luftalarme und Bombenangriffe im Verlauf des Krieges dermaßen zunahm, daß man teilweise den Bunker tagelang nicht mehr verlassen konnte. Zwar gab es im Bunker auch eine Rettungsstation, doch diese mit Feldbetten ausgerüsteten Räume waren den Kranken vorbehalten. Wollte man die Zeit im Bunker auf einigermaßen erträglichen Plätzen verbringen, so galt es, den Bunker möglichst frühzeitig zu erreichen.

Wendenburgbunker Abb.: Der gesprengte Bunker von der Schwester-Therese-Straße aus gesehen. Bei der Sprengung wurden einige benachbarte Häuser beschädigt und die Straße für längere Zeit blockiert.

Um möglichst keine Zeit zu verlieren wurden die Kinder oft zur Nacht angezogen ins Bett gebracht. Glücklich schätzen konnten sich jene Holtenauer, die frühzeitig durch auf der Schleuse oder dem Fliegerhorst tätige Nachbarn über bevorstehende Luftalarme informiert wurden, wie es beispielsweise in der oberen Richthofenstraße geschah.

Der Wendenburg-Bunker wurde 30. Mai 1945 von den Alliierten so gesprengt, daß die Straße monatelang wegen der Betontrümmer gesperrt war. Bei der Sprengung wurde auch mehrere anliegende Wohnhäuser beschädigt wie das Haus Nr. 14. Erst 1960 wurden die letzten Trümmer weggeräumt und 1969 auf den Fundamenten des ehemaligen Bunkers ein neues Wohnhaus errichtet.

Weitere Bunker oder Schutzbauten in Holtenau

Im Luftschutzstollen unter der Villa Hoheneck Abb.: Im Luftschutzstollen unter der Villa Hoheneck.

Neben diesem größten und modernsten Holtenauer Bunker gab es noch zahlreiche weitere Schutzbauten, insbesondere auch viele speziell für Wehrmachtsangehörige errichtete Bauten:

Vielen Holtenauern diente auch der massive doppelwandige Turm der Dankeskirche als Schutzraum. Zudem gab es auch viele private Schutzräume in Holtenauer Häusern. Auch der Hang zur Kanalstraße hin bot sich zum Bau notdürftiger Schutzräume an.

Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Wendenburg-Bunkers Abb.: Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Wendenburg-Bunkers. Vorne das Haus Königstraße Nr. 1. [Magnussen, Friedrich (1914-1987)-(CC BY-SA 3.0 DE)]

Siehe auch:

Weitere Bilder zum Wendenburg-Bunker finden sich unter:


© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 14-09-2017 20:21


  1. Der bzw. die Marinehochbunker auf dem Gelände des Holtenauer Fliegerhorstes werden zwar in entsprechenden Auszählungen immer wieder aufgeführt, doch scheint ihre Existenz fraglich.