Holtenauer Geschichte

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Reichsarbeitsdienstlager Holtenau-Voßbrook

Seit 1935 war im Dritten Reich der halbjährige Arbeitsdienst (Reichsarbeitsdienst) für männliche Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren obligatorisch, für weibliche Jugendliche war der Dienst freiwillig. Das Lager Holtenau gehörte zur RAD-Gruppe 73 (Neumünster, Karlstr. 67) Arbeitsgau VII (Kiel). Über dieses Lager gab es in den Kieler Neuesten Nachrichten folgendes zu lesen:

Das Arbeitslager Voßbrook ist das einzige geschlossene Kieler Lager für den männlichen Arbeitsdienst. Die Unterbringung ist in der Bürobaracke der früheren Ubootswerft erfolgt. Die Belegschaft hat selber durch eigene Arbeit sich diese Unterkunft geschaffen. Es werden Erdbewegungsarbeiten im Hafengelände Voßbrook, an der ehemaligen Straße “Schwarzer Weg” ausgeführt. Zur Zeit werden 60 junge Leute beschäftigt. Etwa 4000 Tagewerke sind noch zu leisten. Beabsichtigt ist, dieses Lager weiterzuführen und noch etwa 50000 Tagewerke anzugliedern. In Frage kommt die Urbarmachung der Stechendamm-Wiesen, die Einebnung des Kleingartengeländes am Auberg, außerdem Böschungs- und Einebnungsarbeiten am Nordhafen. Weitere 15000 Tagewerke sind inzwischen bereitgestellt. Das Lager ist derartig ausbaufähig, daß der Gedanke aufgetaucht ist, es zu einem Stammlager zur Durchführung der Arbeitsdienstpflicht umzugestalten. Auch die landschaftliche und gesundheitliche Lage wäre für ein solches Stammlager ganz außergewöhnlich günstig. Träger des Dienstes ist nunmehr die NSDAP. Quelle: Kieler Neueste Nachrichten: Die Stadtgemeinde Kiel und der freiwillige Arbeitsdienst., 27. Mai 1933.

Es gab auch auf dem Gelände Waffenschmiede ein Arbeitslager (Lager Waffenschmiede), wobei dieses möglicherweise nur von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, nicht aber von Angehörigen des RAD (den so genannten "Arbeitsmännern") belegt war. Lager für Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene oder Flüchtlinge gab es während und nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere auf Holtenauer Gebiet.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016.