Holtenauer Geschichte

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Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Kaum waren die Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich um Schleswig-Holstein beendet, zogen die deutschen Staaten in den Krieg gegen Frankreich. Auch während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 kam es in Holtenau zu Einquartierungen von Soldaten.

Kettensperre Abb.: Kettensperre über die Kieler Förde.

Das preußische Militär befürchtete ein Eindringen der hoch überlegenen französischen Flotte in die Kieler Förde und versuchte dieses neben der Instandsetzung der Festung Friedrichsort und anderer Geschützstellungen rund um die Kieler Förde durch das Legen einer Minensperre1 zu verhindern. Um diese rechtzeitig vor dem Eintreffen eines französischen Geschwaders zu vollenden, wurden neben Soldaten auch viele Zivilisten beim Bau eingesetzt.

Bei dem besonders gefährlichen Auslegen der Kontakttorpedos explodierte dicht bei Holtenau ein solcher sich noch an Bord befindlicher Torpedo2 und tötete 5 Menschen. Bei Holtenau waren schließlich 50 Pioniere, 20 Matrosen sowie ein Offizier und mehrere Unteroffiziere einquartiert3.

Siehe auch:

© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 13-10-2017 23:04


  1. Ein Netzlager für Netzsperren, um die Förde zu sperren, gab es auch während des Ersten Weltkriegs hinter dem Holtenauer Leuchtturm

  2. Torpedos wurden vor Holtenau noch mindestens bis in die 1890er Jahre getestet. 

  3. Mit der Formulierung bei Holtenau könnte — wenn man sich fragt, wo diese Soldaten denn einquartiert waren — durchaus auch das Kanalpackhaus gemeint sein; schließlich diente es auch zwei Jahrzehnte zuvor während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung als Marinekaserne. Und das Dorg Holtenau lag nahezu einen Kilometer vom Kanalpackhaus entfernt, das zusammen mit dem umgebenden Gebiet verwaltungstechnisch nicht zu Holtenau gehörte, sondern zum Kanaldistrikt