Holtenauer Geschichte

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Der Meierhof Stift

Durch den Dreißigjährigen Krieg kam es auch zur Verwüstung des Holtenauer Bauerdorfes und des dortigen Meierhofes. Anschließend wieder aufgebaut wurden die Gebäude jedoch im Jahre 1680 erneut aufgegeben und der Meierhof zuerst auf die Stüffkoppel, d. h. in die heutigen Stifter Gegend, wo neue Wirtschaftsgebäude errichtet wurden, verlegt. Im Jahre 1685 hieß der Meierhof in den Urkunden folglich auch nur noch “neuer Meierhof bei Holtena”. Zu dieser Zeit, genauer gesagt im Jahre 1686, taucht in den Dänischenhagener Kirchenbüchern zum ersten Mal der Name “Stift” auf. ImĀ  Jahr 1791 wurde in Stift ein heute noch existierendes Amts- und Wohnhaus errichtet, das am Ende der Stifter Alle am Rande eines kleinen Parkes liegt. Hier kann man noch über dem Portal folgende Inschrift lesen:

"G. v. S. 1791"
(Graf von Schack 1791)

Alle Holtenauer Hufner, Kätner, Insten und deren Familien wurden durch den Vertrag von der Leibeigenschaft und ihren Verbindlichkeiten “auf ewig” befreit. Es wurde im Vertrag unter anderem die Parzellierung der Ländereien geregelt. Die Hoffelder des Gutes Seekamp kamen an den Meierhof Stift.

In einer Topographie von 1855 steht über Stift zu lesen:

Stift, ein ehemaliger Meierhof des Gutes Seekamp, Eckernförderharde, Kirchspiel Dänischenhagen, ward aber nach der Parcelirung der Hoffelder des Gutes 1791 der Stammhof worauf der Gutsinspector wohnt. Das Pächterhaus ist alt und unansehnlich. Eine bedeutende Parcelenstelle heißt Friederichshuhe (vormals Casperhof). Unweit des Hofes liegen einige Kathen und eine Holzvogtswohnung. Nahe beim Hofe ist ein Gefangenhaus erbaut. Areal: 698 Tonnen à 260 Quadratruthen. Der Boden gehört zu den besten, und es werden alle Getraidearten gebaut; die Hölzungen sind bedeutend. Eine zu Friedrichshuhe gehörige Koppel heißt Stiftskoppel.

Auf dem Meierhof befand sich auch ein Gefängnis:

Um 1850 ist der ehemalige Meierhof Stift mit seinen 698 Tonnen Land zum Stammhof des Gutes aufgerückt, auf dem der Inspektor wohnt. Als Zeichen der noch gültigen Patrimonialgewalt erwähnt J. v. SCHRÖDER<252>, daß sich in der Nähe des Gebäudes das Gefangenenhaus befindet.

Nikolaus Detlefsen schreibt:

Im Besitz der Familie Schack blieb aber der bisherige Meierhof Stift, der nun also Stammhof war. Eigentümer waren nach 1809 die Grafen Hans Schack, gestorben 1814, Otto Dietrich Schack, gestorben 1856, Hans Schack, gestorben 1905.

Im Jahr 1905 verkauften die letzten adeligen Besitzer — die Famile Schack — den Meierhof Stift an Bürgerliche.

Siehe auch:

© Bert Morio 2016.