Holtenauer Geschichte

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Die Holtenauer Post

Einen Postdienst im heutigen Sinne gab es vor der preußischen Annexion Schleswig-Holsteins im Grunde nur in den Städten. Da die einfachen Leute selten weitere Strecken über Land reisten, war es oft der Gutsbesitzer, der die Post beim nächsten Amt abholen ließ.

Postamt Königstraße Abb.: Postamt in der Königstraße.

Die Preußen organisierten den Postverkehr in Schleswig-Holstein dann nach preußischem Vorbild. Holtenau gehörte fortan zum Postamt Kiel – Bezirk I des Landbriefträgerdienstes. Der für Holtenau zuständige Briefträger mußte täglich eine Strecke von 32 km zurücklegen, auf der er neben Holtenau noch die Dörfer Hassee, Russee, Kronshagen, Suchsdorf und Projensdorf bedienen mußte.

Vor der Gründung der Holtenauer Postagentur wurde der Postdienst inoffiziell nebenamtlich durch den Schleusenmeister Conrad Grimm durchgeführt. Die Holtenauer Postagentur befand sich seit dem 1. März 1873 im Haus der heutigen Königstraße Nr. 22 – vor Einführung der Straßennamen in Holtenau hatte das Haus die Nummer 63. Das Gebäude stand zur damaligen Zeit noch ganz allein zwischen Feldern und Schrebergärten. Von hier aus führte eine heute noch vorhandene steinerne Treppe den Hang hinunter Richtung Eiderkanal, so daß auch die Schiffer schnell zur Post gelangen konnten. Das Postamt wurde von Herrn Torp geleitet.

Er war der Sohn von Probst Torp, einem Verwandten von Otto Penk. Auf der Kutsche sitzt Boclholt, daneben stehen die Postboten Asbahr, Neumann und Drenckhahn. Im Haus wohnten auch Bäckermeister Wegener und Frau Schönborn, die Friseuse war. Rathmann erwarb das Haus mit seinem Fuhrgeschäft. Herr Ratrhmann verkaufte es. Sein Sohn baute daneben und betrieb ebenfalls ein Fuhrgeschäft. (Quelle: [Heinrich 2002], S. 52.)

Postamt Kanalstraße Abb.: Postamt in der Kanalstraße.

Gegenüber der Post befand sich früher ein mehrstöckiges aus roten Backsteinen errichtetes Haus, welches von den Holtenauern das "Rote Schloß" genannt wurde.

Im Gründungsjahr der Holtenauer Post wurde auch ein regelmäßiger Postdienst per Pferdepostwagen auf der Strecke Kiel – Holtenau – PriesDänischenhagen eingerichtet. Holtenauer Postbedienstete waren: Herr Bockholt sowie die Postboten Asbahr, Neumann und Drenckhahn.

Da sich mit dem Baubeginn für den Kaiser-Wilhelm-Kanal der Postverkehr stark vermehrte bekam die Holtenauer Postagentur im Jahr 1890 den Status eines Postamtes. 1895 wurde ein Kaiserliches Postamt in der Kanalstraße Nr. 25 erbaut. Das Haus an der Ecke zum Wittenbrook hatte einen Kaiseradler im Giebel, vor dem sich die Postbeamten gerne photographieren ließen. Das Haus wurde 1907/08 gebaut. Im oberen Geschoß wohnte der Postinspektor. Im Postamt taten in den späten 30er Jahren 3–4 Personen rund um die Uhr Dienst und vermittelten unter anderem auch alle nach Holtenau gehenden Telefongespräche. Da das Postamt rund um die Uhr besetzt war, konnten die Schiffer inoffiziell auch nachts Briefmarken kaufen und die Post aufgeben.

Poststelle Johann-Sump-Straße Abb.: Poststelle in der Johann-Sump-Straße.

Zeitweise – etwa um 1900 – war die Holtenauer Poststelle in der Johann-Sump-Straße Nr.18 untergebracht. Schließlich wurde 1914 aus dem Postamt III. Klasse eines II. Klasse. Bis 1922 wurde die Post per Fördeschiff nach Holtenau befördert, dann ab dem 1. November 1922 per Postbus auf der Linie Kiel - Holtenau - Friedrichsort - Dänischenhagen. Diese Postbusse beförderten nicht nur die Post, sondern auch Personen.

Ab 1960 befand sich das Holtenauer Postamt dann in den neu errichteten Gebäuden in der Gravensteiner Straße Nr. 54.

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© Bert Morio 2016.