Holtenauer Geschichte

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Kleingärten

Die Holtenauer Kleingärten und der Kleingartenverein sind eine relativ junge Holtenauer Erscheinung, wurden diese doch in der Regel erst nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt; der Kleingartenverein wurde jedoch bereits 1917 gegründet. Das mag mit der Holtenauer Vergangenheit als Bauerndorf und der Tatsache, daß viele Privatgrundstücke von beträchtlicher Größe waren und teilweise noch sind, zusammen hängen. Viele der für die Kanalbediensteten gebauten Häuser waren auch für ein gewisses Maß von Selbstversorgung ausgelegt (darauf deuten die teilweise noch erhaltenen Lütthäuser hin).

Kleingärten am Toten Arm Abb.: Kleingärten am Toten Arm. [Magnussen, Friedrich (1914-1987)-(CC BY-SA 3.0 DE)]

Früher gab es folgende Holtenauer Kleingartengebiete:

Holtenauer Kleingartenverein von 1917

(Die folgenden Inhalte und Zitate stammen aus einem Bericht von Herrn Erich Graumann aus dem Jahr 1995 über die Geschichte des Holtenauer Kleingartenvereins, der mir freundlicherweise von Herrn Vogelsang zur Verfügung gestellt wurde.)

Der Holtenauer Kleingartenverein e. V. wurde im Jahr 1917 — damals unter dem Namen Obst- und Gartenbauverein Holtenau e. V. — gegründet.1

Wahrscheinlich waren seinerzeit schon die Kleingartenanlagen "Petesenkoppel", "Storm'sche Koppel" und "Fliegerhorstkoppel", also die Anlagen, die sich zwischen dem Wohngebiet Richterstraße/Lüttjohanstraße und dem kirchlichen Friedhof Holtenau befinden, vorhanden.
Wann die Kleingartenanlage "Schulzekoppel", deren Restgärten jetzt noch südlich des Altenheim Kurt-Engert-Haus am Lindenweg liegen, enstanden ist, läßt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Ebenso ist unklar, wann die inzwischen für ein Wohn- und Geschäftszentrum in Anspruch genommene Kleingartenanlage "Neue Westenhof­koppel", welche zwischen der Richthofenstraße und der Johann-Sump-Straße lag, sowie die "Eekbrookkoppel" östlich der Herwartstraße und die private Klein­gartenanlage "Repeningkoppel" am Friedrichsruher Weg/Boelckestraße gebaut worden sind.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Flächen der "Fliegerhorstkoppel" und der "Storm'schen Koppel" für militärische Zwecke vewendet, doch bereits im November 1945 wurden diese Flächen wieder an den Kleingartenverein zurück gegeben.

Am 23. Juni 1958 übernahm der Kleingartenverein die Flächen der jetzigen "Schießstandkoppel" westlich des Hochbrückendamms. 1961/62 kamen die Gebiete der "Flughafenkoppel" an der Immelmannstraße und "Nixenweg" hinzu. 1994 hat der Kleingartenverein die Fläche "Flughafenkoppel" in die Flächen "Immelmannkoppel" und "Geruselkoppel" aufgeteilt und neu parzelliert.

Das Vereinheim des Kleingartenvereins befindet sich auf dem Grundstück Eekbrook Nr. 5, das zur "Eekbrookkoppel" gehört.

In den Protokollen der Vorstandssitzungen des Obst- und Gartenbauvereis Holtenau werden im Jahre 1917 die Kleingartenanlagen Westenhofkoppel und Möltenkoppel genannt. Wo diese Kleingartenanlagen genau gelegen haben und wieviel Gartenparzellen sie umfaßten, ließ sich bisher nicht feststellen. Bis zu den jahren 1968/1969 hat eine Kleingartenanlage "Neue Westenhofkoppel", die dann einem wohn- und Geschäftsentrum weichen mußte, bestanden. Diese "neue Westenhofkoppel" ist offensichtlich ein Ersatzgelände für die ehemalige "Westenhofkoppel".

Der Name Westenhofkoppel bezieht sich offensichtlich auf die Bauerstelle Westenhofen, die in der Richthofenstraße auf Höhe der Schwester-Therese-Straße lag. Möglicherweise befand sich die Kleingartenanlage auf dem Gebiet des alten Holtenauer Fußballplatzes bzw. westlich davon an der Stelle, an der sich jetzt der Kindergarten Hoppetoose und ein Spielplatz befinden.

In den Sitzungsprotokollen aus dem Jahre 1918 wird die Kleingartenanlage Voßbrook erwähnt. Die Gemarkung Voßbrook in Holtenau ist zwar bekannt [...], welcher Teil dieser Gemarkung jedoch damals mit Kleingärten belegt war, ist bisher nicht bekannt.
Offensichtlich war einerzeit der Ost- und Gartenbauverein Holtenau auch für den Bereich Schusterkrug zuständig. So ist aus den Protokollen des Jahren 1918 ersichtlich, daß der Verein eine Kleingartenanlage Röpstorffsche Koppel in Schusterkrug verwaltet hat.

Die Protokolle des Jahres 1919 erwähnen die Kleingartenanlage "Grothsche Stücke".

Mit der Eingemeindung Holtenau nach der Stadt Kiel gingen auch die Holenauer Kleingärten in die Zuständigkeit der Stadt über. In Kiel bestand damals ein Kleingartenamt, das 1923 in Holtenau eine Kleingartenamtnebenstelle eröffnete.2 In jenem JaHr vereichnete der Obst- und Gartenbauverein Holtenau 562 Mitglieder.

Am 8. September 2017 feiert der Kleingartenverein sein 100jähriges Bestehen!

Siehe auch:

© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 14-09-2017 20:27


  1. Das Datum der Gründung scheint jedoch nicht unumstritten zu sein, denn im Text von Erich Graumann heißt es: Bei der Lektüre der Protokolle der Vorstandssitzungen des Obst- und Gartenbauvereins Holtenau aus den Jahren 1917 bis 1923 kann man fast den Eindruck gewinnen, daß das Jahr der Vereinsgründung schon zu einem früheren Zeitpunkt als 1917 angesetzt werden könnte. Die Protokolle der Vorstandssitzungen beginnen mit dem 24. Januar 1917. Es bestand bei dieser ersten uns bekannten Sitzung schon ein vollständiger Vereinsvorstand. Von einer Vereinsgründung ist schon in dieser Sitzung in keiner Weise die Rede gewesen. 

  2. Das Kleingartenamt hatte die Aufgabe Kleingartengeände zu beschaffen, die Interessen der Kleingärtner zu vertreten, die Pachthöchstpreise festzulegen, die Kleingärtner vor willkürlichen Kündigungen zu schützen sowie sich um Versorgungsfragen (Einrichtung von Bewässerungsanlagen, Bezug vo Saatgut und Dünger und Schädlings­bekämpfungs­mitteln) zu kümmern.