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Prahmdrehbrücke
Diese aufklappbare Schwimmbrücke (auch Prahmschwimmbrücke) war der Vorläufer der Prinz-Heinrich-Brücke und sollte anstelle der beiden Brücken über die Holtenauer Eiderkanalschleusen die Landgemeinde Holtenau und den Dänischen Wohld mit der Wik und der Stadt Kiel verbinden. Ursprünglich waren nur bei Levensau und Grünental Hochbrücken vorgesehen, denn dort machten die hohen Uferböschungen den Bau relativ preiswert, da die Auffahrten nicht so hoch ausgeführt werden mußten.
Abb.: Die geöffnete Drehbrücke vom Wiker Ufer
aus gesehen, im Hintergrund die Schleusen.
Segler ohne Motor wurden in Schleppverbänden von Schleppern der
Kanalverwaltung durch den Kanal
gezogen.
Es stellte sich jedoch recht bald heraus, daß die Schwimmpontons wegen des regen Schiffsverkehrs die meiste Zeit offen stehen mußten, so daß sich der Verkehr an beiden Ufern des Kanals staute.
Abb.: Blick Richtung Wik.
Im Hintergrund die Schornsteine der Ziegelfabrik Rathmann.
Sehr schön zu erkennen ist auch, wie schmal der Kaiser-Wilhelm-Kanal ursprünglich
geplant war.
Abb.: Die
Prahmdrehbrücke vom Südufer aus gesehen; hinten rechts der
Gasthof Zur
Friedrichsschleuse
.
Eigentlich war es geplant, in Holtenau statt einer Brücke nur
eine Fähre einzurichten, aber Verkehrszählungen zeigten bald, daß
für die Bewältigung des Verkehrs zwischen Kiel und Friedrichsort
mindestens drei Fähren hätten
eingesetzt werden müssen. So wurde eine so genannte Prahmschwimmbrücke
installiert, unter der die Schiffe nicht hindurch fuhren, sondern
die bei Schiffsverkehr einfach zu den Seiten weg gedreht werden
konnte. Dieses wurde auf beiden Seiten von Hand bewerkstelligt. An
beiden Enden der Brücke gab es eine Wartebude
,
auf der Südseite noch eine Wachtbude
und auf der
Nordseite lag das Brückenmeistergewese
.
Abb.:
Während des Baus der Prinz-Heinrich-Brücke. Im Vordergrund die
geschlossene Prahmdrehbrücke.
Bei Knoop zwischen Kanalkilometer 94 und 95 wurde eine Bootsfähre für den Fußgängerverkehr errichtet, die den alten Übergang über die Knooper Schleuse ersetzte.
Abb.: Die Prahmdrehbrücke von der
Wik aus gesehen. Auf der Holtenauer Seite führt die Straße
rechts die Böschung hinauf und folgt dem Verlauf der heutigen Gravensteiner Straße.
Abb.: Querschnitt durch die Prahmdrehbrücke.
Über die Inbetriebnahme der Holtenauer Prahmdrehbrücke und die Beseitigung der alten Eiderkanalschleusen berichteten damals auch die zeitgenössischen Zeitungen:
Die neue Pontonbrücke bei Holtenau ist jetzt dem Verkehr übergeben worden. Gleichzeitig ist der bisherige Weg über die alten Schleusen für den Verkehr gesperrt. Die neue Brücke befindet sich westlich der alten Schleusen und besteht aus je zwei 39 Meter langen eisernen Pontons. Die Fahrbahn ist so breit, daß sich Fuhrwerke bequem begegnen können; außerdem befinden sich an den Seiten Gehwege für Fußgänger. Mit der Beseitigung der alten Schleusen soll sofort begonnen werden, und zwar soll zunächst die nördliche Durchfahrt für den Schiffsverkehr genügend vertieft und verbreitert werden.1
Im Zuge der Kanalerweiterung 1907-14 wurde diese Schwimmbrücke durch die Prinz-Heinrich-Brücke ersetzt. Da diese sich aber für Fußgänger wieder relativ weit westlich des Ortskerns befand, erschallte bald der Ruf nach einer Fähre über den Kanal.
Abb.: Plan der Schleuseninsel des Eiderkanals
vor 1897: Mit gestrichelten Linien ist der spätere Verlauf der
Straße über die Prahmdrehbrücke eingezeichnet; die gepunkteten
Linien (4) markieren den späteren Verlauf des Kaiser-Wilhelm-Kanals. (1) Friedrichsschleuse; (2) Alte
Holtenauer
Eiderkanalschleuse; (3) Prahmdrehbrücke; (5) heutige
Gravensteiner Straße; (6) heutige Kanalstraße; (7) Weg nach Gut Knoop.
Abb.:
Lage der Prahmdrehbrücke: 1,2,6,7: Brückenwärterhäuschen, 3:
Gasthof Zur
Friedrichsschleuse
, 4: Gasthof Waffenschmiede
.
Abb.: Die
Prahmdrehbrücke am Wiker Ufer.
Abb.: Die Prahmdrehbrücke —
wahrscheinlich vom Holtenauer Ufer aus gesehen.
Abb.:
Prahmdrehbrücke und Prinz-Heinrich-Brücke. Blick Richtung Knoop.
Hinter dem Brückenpfeilern die Villa
Hoheneck.


Siehe auch:
© Bert Morio — Zuletzt geändert: 30-01-2024
Kanal-Zeitung
, 01.12.1894. ↩